Publikationen u. Aktuelles

ÖSTERREICH

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Ausstellung: „Heroische Landschaften“. Vom 2. Oktober an, bis einschließlich 31. Oktober, fand in den Räumlichkeiten der Galerie Agora eine Ausstellung moderner Aquarelle und Zeichnungen – vorwiegend mit archäologischer Ruinenlandschaft in idyllischer Umgebung – statt. Die Ausstellung „Heroische Landschaften“ beinhaltete zeitgenössische Aquarelle und Kohlestiftzeichnungen von der türkischen Mittelmeerküste. Viele der gezeigten Bilder sind im gleichnamigen Buch von Joachim Gorecki und Egon Schallmayer publiziert. Das Künstler-Ehepaar Camilla und Siegmund Daxner war über einen Zeitraum von 30 Jahren vorwiegend als Maler und Zeichner, aber auch jahrelang im Grabungsteam des österreichischen Instituts f. klassische Archäologie als Restauratoren vor Ort. Eindrucksvolle Bilder von Pergamon, Troja, Assos, Perge und Ephesos – um nur einige zu nennen – sind das Ergebnis. Bisherige Ausstellungen: – 18.05. bis 15.08.1998, Ankara: Museum f. Anatolische Zivilisation/Türkei – im Zuge eines Kulturaustauschprojekts – 09.04. bis 16.06.2000, Saalburg: Saalburgmuseum/Deutschland – 09.05. bis 30.06.2002, Kempten: Residenz/Deutschland Dies war die erste Ausstellung von Camilla und Siegmund Daxner in Österreich. Das Buch „Heroische Landschaften“, wo die meisten Bilder publiziert und mit ausführlicher Erklärung versehen wurden, ist im Jahre 2000 im Verlag Philipp v. Zabern/Mainz erschienen. Vernissage: Dienstag, 1. Oktober 2002, 19:30 Uhr Im Anschluß an die Eröffnung bestand die Möglichkeit, sich mit den Künstlern in angenehmer Atmosphäre zu unterhalten. Ausstellungsdauer: bis 31. Oktober 2002 Mo-Fr 10:00 bis 18:00 Uhr, Sa 10:00 bis 14:00 Uhr Preise von Euro 100.- für einige Kohlestiftzeichnungen (ebenfalls im Buch abgebildet), bis Euro 2000.- für großformatige Ölbilder. Bilder um 200.-/300.- bzw. 500.- Euro bildeten den Schwerpunkt der Ausstellung. ENDE DER AUSSTELLUNG! Allerdings besteht noch die Möglichkeit, unverkaufte Bilder zu erwerben.
Ausstellung „Archäologie und Aquarell“. Zur Person des Künstlers: Der Architekt und Archäologe Dr. Anton Bammer, war über 30 Jahre lang Ausgrabungsleiter im Artemision von Ephesos. Die Ausgrabung des kolossalen Artemistempels – eines der Sieben Weltwunder – ist ihm zu verdanken. Die Gemälde entstanden durchwegs im Umfeld seiner jahrelangen Arbeitsstätten, neben der Türkei auch Griechenland und Ägypten. Durch die starke Wirkung der farbenfrohen Gemälde werden beim Betrachter Urlaubsstimmungen lebendig. Auch als Autor zahlreicher Bücher über historische Architektur, hat sich Herr Dr. Bammer in der Fachwelt einen Namen gemacht. Die Ausstellung in den Räumlichkeiten der Galerie Agora dauerte bis 30.12.2002. Geöffnet: Mo-Fr 10:00-13:00 u. 14:00-18:00 Uhr, Sa 10:00-14:00 Uhr. Bei Rückfragen: Telefon (01) 533 63 24 oder office@agora.co.at

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Antike Funde – Sammelobjekte und Wertanlage
von Reinhard G. DollingerUnter antiken Kleinfunden versteht man Keramiken, Schmuck, kleine Götterstatuetten und entsprechende Gebrauchsgegenstände. Diese Artefakte spiegeln – gemeinsam mit antiken Münzen – das Leben in einer längst vergangenen Zeit wider. Durch den Trend in Richtung neuer Sammelgebiete (die preislich noch nicht so „ausgereizt“ sind) ist auch bei den Ausgrabungsgegenständen ein weiterer Aufschwung zu erwarten. Antiquitätenkauf ist Vertrauenssache – allerdings kann es nicht schaden, wenn man bereits über einige Grundkenntnisse verfügt. Keinesfalls jedoch sollten die ersten sammlerischen „Geh- versuche“ ohne seriöse Beratung beginnen. Auskünfte betreffend Echtheit, Alter und historische Bedeutung erteilen der Fachhandel, Museen sowie einschlägige öffentliche Institute. Unbedingt aber sollte sich der ernsthafte Sammler auch selbst eine kleine Bibliothek anlegen (die sich im Bedarfsfall erweitern läßt).

Hierfür eignen sich besonders:

– Fachbücher (die neben einer genauen Erklärung und Datierung auch möglichst viele Gegenstände abbilden)

– Auktionskataloge (dabei sollte man besonders auf eine exakte und ausführliche Beschreibung Wert legen)

– Fachzeitschriften (zwecks Hintergrundinformation)

Als Anfänger ist man dazu geneigt, sich binner kurzer Zeit eine möglichst große Menge an Stücken zuzulegen. Besonders am Anfang sollte man jedoch verstärkt auf die Qualität achten, und sich bald auf ein Spezialgebiet festlegen. Der Einkauf sollte die erste Zeit ausschließlich über den professionellen Handel erfolgen. Das auf den ersten Blick preiswerte Material auf diversen Flohmärkten entpuppt sich meist zu spät als „Edelschrott“. Auch das ‚einmalige‘ Sonder- angebot beim netten Einheimischen im Bazar in Kairo erweist sich allzuoft als Flop (dies gilt auch für den Münzhandel). Wobei die Mißachtung der jeweiligen Ausfuhrbestimmungen bei einem Kauf im Ausland drakonische Strafen nach sich ziehen kann.

Eine ausführliche Klärung der gesetzlichen Bestimmungen beim zuständigen Konsulat oder der Botschaft des jeweiligen Landes wird für solche Fälle dringend empfohlen.

In den meisten Fällen unterscheiden sich die Altertümer, die unter der Hand angeboten werden, vom Preis her kaum vom Ladenpreis. Sollte sich diesbezüglich „der Glückskauf“ abzeichnen, so ist äußerste Vorsicht geboten. Man sollte sich unter derart zweifelhaften Voraussetzungen nie zu einem Blitzkauf überreden lassen, auch wenn der Anbieter angeblich noch andere Interessenten an der Hand hat oder (vorgeblich) der Preis „nur“ für den Fall des Sofortkaufs gilt. Bei teuren Stücken unbedingt die Identität der Verkäufer notieren! Meist ist man besser beraten nur dort einzukaufen, wo man ein Stück bei begründeten Echtheitszweifeln problemlos wieder zurück- geben kann. Beim autorisierten Fachhändler – der für die Echtheit seiner Waren garantiert – riskiert man diesbezüglich keine unerwarteten Überraschungen.

Ähnlich wie beim Münzsammeln, geht auch bei der antiken Kleinkunst der Trend sehr stark in Richtung seltener oder ungewöhnlicher Stücke. Während in unseren Breiten früher vorwiegend Gegenstände aus dem europäischen Kulturkreis gesammelt wurden (da leichter zu bekommen, Anm.), interessiert man sich heute zunehmend auch für ‚exotische‘ Funde. Beispielsweise gibt es zur Zeit eine starke Nachfrage für sammelbare Zeugen der Hochkulturen in Mesopotamien, dem Nahen Osten und Ägypten.

Bevor nun der Kleiderschrank zweckentfremdet wird, sollte für die Aufbewahrung besser eine kleine Vitrine angeschafft werden. Dort sind die Stücke geschützt und bieten dem Betrachter auf dekorative Weise einen Blick in die Vergangenheit. Je nach persönlichem Geschmack kann man „seine Schätze“ mit beschrifteten Kärtchen versehen sowie kleine Büsten und Statuetten auf Holzsockel montieren. Der Gegenstand selbst darf dabei keinesfalls beschädigt werden. Durch geschmackvolles ausstellen der Sammelobjekte an einem geschützen Ort, entsteht bei etwas Geschick ein ausgesprochen attraktives Gesamtbild.

Mit zunehmendem Wissen wird sich die Begeisterung für diese schöne Beschäftigung weiter steigern. Nach anfänglicher Betreuung durch Spezialisten und dem Befassen mit der Materie entwickelt sich sehr rasch ein sicherer Instinkt dafür, was sich zu kaufen lohnt und was man besser bleiben läßt.

Auch hier gilt der Grundsatz: „Die Erinnerung an den Preis verblasst mit der Zeit, die Freude am schönen Stück nie.“

erschienen in: NUMISMATIK SPEZIAL – Zeitschrift für Münzensammler, Ausgabe Nr. 4, Dez. 1993

THE RELATIONSHIP OF PREHISTORIC MAN AND PEOPLE OF THE ANCIENT CIVILISATIONS WITH THE ANIMAL KINGDOM
von Reinhard G. DollingerFor thousands of years, animals have played a significant role in the imagination of man. In the religious pictures of prehistoric man, animals were regarded as the earthly manifestation of the gods because of the many characteristics which made them superior to man (strength, sense of smell, speed, fertility), indispensable to him (as a source of food and clothing) or feared by him (snakes, flights of birds).
The portrayal of animals is practically as old as the history of mankind itself. Constant encounters with both wild and tame species led man to begin reproducing them in sculptures and drawings. This meant that favoured animals which had positive characteristics attributed to them could be carried around as a talisman at all times. Dangerous species were depicted, in the hope that these renderings could pacify them and exorcise the threat they posed. Animals were realistically reproduced in Egyptian art, where they were considered to be divine beings. Not only were animal gods worshipped, but gods were also portrayed in human form with animals heads. The conception also prevailed in the Near East that gods revealed themselves in the shape of animals. If the gods themselves were not zoomorphs, they were shown riding or accompanied by animals. The worship of animal/human hybrids was also commonplace.
As well as protective amulets, votive offerings to gods in place of animal sacrifices, deities of nature in zoomorphic form etc., people had pictures with magical connotations decorating their homes (and increasing the value of them). This concept goes right back to Ice Age cave paintings and Roman murals and artistically fantastic sculptures and floor mosaics.
The subject was treated in a far more down-to-earth way by the Greeks than it was by the Egyptians and the civilisations of the Near East – animals did not play nearly such an important part in classical Greek art. Hellenism was devoted to realistic, often genre-based animal portrayal. The Romans also created charming and partly true-to-life sculptures, paintings and mosaics featuring animals captured in movement. In early Christian art, animals were used to symbolise God and the faithful (the lamb to represent Christ and his apostles and followers; the dove for the Holy Spirit). Early Christianity laid the foundations of animal allegory which lasted well into the Middle Ages.

From 3000 BC onwards, so-called animal burials became increasingly common in Egypt, the Near East and Europe. Mostly this was for domestic animals (dogs, cows, sheep, goats, horses) – graves of game animals (stags, roe deer) seldom being found. The reason for this could be that the chosen animals were to be an escort to the next world (soul guides), as draught animals or mounts, or specifically to be companions for life in the kingdom of the dead. Animals buried separately would appear to be for the purpose of putting a divine animal to rest. It is also possible that they were occasionally buried among the foundations of houses as a sacrifice. In the third century BC, King Ptolemy II established the first zoo known to the western world in Ptolemais by the Red Sea. However, it was used principally as a site for elephant hunts.

In the first century BC, well-to-do Romans began extending their land by creating fenced or walled-in game reserves, which could stretch over an enormous area and were home to both big game and wild boars, hares and rabbits. These served partly for hunting, partly as an additional food supply. From the first century AD, royalty kept their own zoos – well-known among these are Nero’s zoo and that of Domitian. According to legend, the zoo of Gordianus III at the Porta Praenestina had a stock of 537 animals in 240 AD. Not to be confused with these zoos are the animal pits once located in several squares in Rome (including the Campus Martius on the Tiber), which were for holding wild animals imported for public games in the Arena.

erschienen 1998 im Fachmagazin ANCIENT, Brighton/UK

ART FROM MESOPOTAMIA
von Reinhard G. Dollinger

This article is about the collection of prehistoric and antique items from one of the oldest and most advanced civilizations in the world. A wide range of everyday items made of stone, metal, clay and even glass have survived over thousands of years, prompting face-paling envy if correctly presented.

European interest in finds from the Near East took off in particular in the 19th century. Then as now even the smallest fragment would fire the imagination, conjuring up memories of the acts of legendary figures from the Old Testament and their contemporaries. The cultural region encompassed by the boundaries of Mesopotamia ranges from the mountains of Iran to the deserts of Syria, and from Kurdistan to the Persian Gulf. It goes without saying that, even thousands of years ago, the region engaged in intensive trading with other peoples.

Whether a captivatingly simple stamp seal made from serpentine some four thousand years BC or a small alabaster bowl from just one thousand years BC, jewels of this kind still retain their charm today.

Amulet seals are considered the oldest visual means of mass communication and continue to make regular appearances in sales of antiquities. The preferred material for their production was stone, although clay and bone were used, if less frequently. Usually measuring less than 1.5-2 cm in diameter, the early examples (Halaf and Ubaid periods, approx. 5,000 years BC) have an incised, geometric design on the seal face. Pieces of this kind fetch between £30 and £50. However, you will have to reach a little deeper into your pocket for the very popular amulets from the Jemdet-Nasr period (approx. 3,100-2,900 BC) which often depict animal forms. The price for average-quality examples which crop up relatively frequently in sales, measuring around 3 cm in diameter, starts from around £50. Large and particularly attractive pieces can fetch prices of several thousand pounds.

The so-called roll or cylinder seals are also eagerly collected. The name stems from the fact that, in contrast to the stamp seals, their cylindrical body was rolled over the surface to which the seal was to be applied. This form of applying seals first occurred in the late Uruk period (3,300-2,900 BC). The seals are often adorned with a sequence of scenes which have been engraved with considerable complexity. Old Babylonian examples (approx. 1,900-1,600 BC) which frequently represent the figures of gods and priests combined with animal forms fetch prices starting from around £600.

Clay tablets from three to one thousand years BC (diameter usually 5-7 cm) bearing economic texts are also in regular attendance at sales, fetching from £180, depending on the import of the text.

Seated female clay figures with voluptuous figures and stylized heads take their name from Tell Halaf, the main site at which they have been found. They date from around 5,000 BC. The size varies from between 4.5 and 10 cm. Attention: There are almost no intact examples of this genus. In general, the items on sale are made up of individual pieces from various different idols which have intentionally been re-assembled. Price: £100-400.

Made from alabaster, the „Tell-Brak type“ eye idols possess an extraordinary charm. The smooth, stylized body is topped with a head reduced to two large eyes. Height 4.5-6.5 cm; price from £200.

Sumerian, Assyrian, Persian, Seleukian, Parthian, Sassanian, Byzantine – life under constantly changing rule has produced a multitude of different forms of vessel in stone and clay. The influence of the Persians brought a new form of metal working to the fore. Frequently-encountered symbols include weapons, tools and religious images from Luristan during the start of the first thousand years BC. Alongside partially-stylized animal forms in bronze, length between 3 and 7 cm (price from £80), so-called religious guidons enjoy particular popularity. The purpose of these standards, adorned with various representations of deities, has never been fully clarified. They currently achieve prices of between £400 to £600.

All the prices quoted relate to pieces in a reasonable and collectable condition.

Notwithstanding this, a beginner in this area should seek advice from an expert specialist dealer who can offer help not only in building up a collection, but also in determining origin and age and detecting inauthenticity. Contact with other collectors also helps new-comers to find their feet in the subject. It is imperative to build up a small library which grows gradually with one’s collection. One of the greatest pleasures, even for an old hand, derives from being able to attribute an item in one’s own collection on the basis of a similar piece in a reference work by one’s self. In addition to acquiring objects of antiquity from specialist dealers, there is always the option of bidding for these items at auction, where the catalogues give information about current, achievable prices. It is certainly not advisable to purchase these antiquities from „black-marketeers“ and at flea markets. Not only do buyers miss out on a guarantee of authenticity, they are also on the road to legal problems. Even if the item in question is original, it remains a matter of dispute why it does not have official transfer documentation.

Because the export of antique artifacts from the entire Near East is strictly regulated, it is essential to make purchases from reliable sources.

As a closing comment, the collection, keeping and preservation of really important pieces should, as in the past, remain the domain of museums.

Even a fragment which does not cost that much is still richly imbued with history, and should consequently be of interest to the private collector as a testament to the history of man which produced it.

veröffentlicht 1998 in „ANCIENT“, dem sechsmal jährlich erscheinenden Fachmagazin über das Altertum